Schlagwort: Bildungsbürgertum

Antigones Hausmitteilung II

DIE LANGE TRADITION DISZIPLINARISCHEM SADISMUS

Ich staune mit welcher Leichtigkeit Eltern ihren Kindern die Maske schmackhaft machen. Gerade Leute aus „bildungsnahen“ Kreisen, scheinen damit wenig Probleme zu haben. Hip und schick sollen die Masken sein. Per-Version die System und Tradition kennt. Ich erinnere mich während des Studiums auf die korrektiven therapeutischen Massnahmen, die die „orthodoxe“ Orthopädie des frühen 20. Jahrhunerts prägten, gestossen zu sein. Auch hier in der Schweiz hatten diese eine lange Tradition. Der Name des Schrebergarten „Erfinders“ Moritz Schreber sei hier erwähnt. Die Medizingeschichte ist ein eigentliches Horrorkabinett an unmenschlichen, lebens- und besonders frauenverachtenden Praktiken. Was ich hier nur andeutungsweise erwähnen will, ist der unverantwortliche Einsatz von Ruhigstellern bei Kindern und Jugendlichen. Dies weil wir eine Gesellschaft und eine Pädagogik haben entstehen lassen, die dermassen entfremdet ist von körperlichen, seelischen und geistigen Bedürfnissen und diese immer mehr und durchgehend mit künstlichen und die Sinne leerenden Ersatzprodukten abdeckt. Wesentlich daran auch der ökonomische Aspekt, sprich die konzernale, profitgetriebene Übernahme öffentlicher Bereiche.

Erinnern wir uns der Kadettenschulen- anstalten, wo preussische Zucht und Ordnung den Menschen im Kind und Jugendlichen auszutreiben hatte. Nach wie vor aktuell in der heutigen soldatischen, MilitärAusbildung in der UK, die Kindersoldaten heranzieht.

Die Schulen mit unendlichen Demütigungspraktiken, die da im Namen der Paid-A-Gogik betrieben wurden und immer noch werden. Moderne hippe Eltern, sind genau die Klasse aus der sich solche Zöglinge rekrutiert wurden und werden. Sadismus, Demütigungen, die anscheinend stark machen sollen, sind gerade dem Bildungsbürgertum nicht fremd. Zu erwähnen auch, dass bereits ein paar Kinder auf dem Altar, der Verordnungen, die vor abstrakten Gefahren zu schützen haben, geopfert worden sind. Die Menschenopfer, ob auf der Strasse, in der Medizin oder im Namen der Väter sind unzählige. Viele Kinder und Jugendliche werden überleben und Langzeitschäden davon tragen. Vernachlässigbar, wie alle Kinderopfer. Dieser Zynismus, dieser antrainierte Sadismus und die unerträgliche Lebensdumpfheit wollen immer mehr erwachende Menschen nicht mehr zudienen. Wie Stefano Mancuso es immer wieder so wunderbar sagt, wir sollten schleunigst beginnen von den Pflanzen, den Bäumen zu lernen.

Es ist mir bewusst, dass ich hier einige Themen angeschnitten haben ohne zu vertiefen. Das ist auch so gewollt.

Stefano Mancuso

Margareta Griesz-Brisson